Tagesfahrlicht – Todeslicht?!

Die Welt berichtete am 13.1. über das auch in Deutschland immer beliebter werdenen Fahren mit Licht auch am Tag bei guter Sicht.

Es ist schon interessant, in immer mehr Ländern in Europa wird dieses Licht vorgeschrieben (und zum Teil werden sogar spezielle, nicht-abschaltbare Lampen dafür in Autos eingebaut), obwohl die Folgen verheerend, gerade für schwächere Verkehrsteilnehmer sind:

So stieg etwa in Norwegen – Lichtpflicht seit 1. Januar 1985 – die Zahl der Verkehrstoten bei Tagesunfällen im ersten Jahr um 7,7 Prozent, 1986 um 20,2 Prozent und 1987 um 3,8 Prozent. In denselben Zeiträumen sank in Deutschland die Zahl der Verkehrstoten um 11,8, 11,7 und 21,2 Prozent.

Verkehrswissenschaftler sehen in diesem Ergebnis ihre Befürchtungen bestätigt: „Schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer werden häufiger im Lichtermeer untergehen und in schwere Unfälle verwickelt werden“, hatte der Zweite Vorsitzende des Bundesverbandes der Motorradfahrer (BVDM), Christian Könitzer, gewarnt. Der Wiener Unfallforscher Ernst Pfleger sieht ebenfalls diese Gruppen in erhöhter Gefahr. Angesichts der zwiespältigen Unfallbilanz hob der österreichische Verkehrsminister Werner Faymann die Lichtpflicht am Tag wieder auf.

Und die Umwelt belastet dieses Licht auch erheblich:

Bei einem Bestand von rund 47 Millionen Personenwagen in Deutschland summiert sich der Mehrverbrauch auf 1,14 Milliarden Liter Benzin und Dieselkraftstoff. Der Kohlendioxidausstoß würde um 2,8 Millionen Tonnen steigen.

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