Die Botschaft

Blendende Helligkeit durchdrang seine Augenlider. Sein Kopf schmerzte wie nach einer durchzechten Nacht. Galdur hörte das Gemurmel von Stimmen nahebei. Ohne sich anmerken zu lassen, dass er bei Bewusstsein war, versuchte er zu verstehen, was die Stimmen sagten.

„Er kam aus der nördlichen Wildnis“, sagte eine raue Männerstimme, „Ihm waren bestimmt zwei dutzend Eisgrogs auf den Fersen.“ „Wie bald werde ich ihn befragen können?“, fragte ein wohlklingender Tenor. Eine Frauenstimme antwortete: „Er hat keine schweren Verwundungen davongetragen. Eigentlich müsste er jeden Moment wieder zu sich kommen.“

Galdur beschloss, dass die der richtige Moment sei, um sein wiedererlangtes Bewusstsein bemerkbar zu machen. Er schlug die Augen auf und begann mit der linken Hand nach seinem schmerzenden Schädel zu tasten. Zunächst konnte er nichts erkennen, nur eine verschwommene Helligkeit waberte vor seinen Augen. Seine Hand ertastete eine dicke Beule an seinem Hinterkopf. Der Schmerz ließ ihn laut aufstöhnen, der Schleier vor seinen Augen wurde von hellen Blitzen durchzogen.

„Mir scheint, unser Besucher ist erwacht“, stellte die raue Stimme fest. Drei Schemen tauchten in Galdurs Blickfeld auf. Langsam wurde seine Sicht klarer und er konnte erkennen, wer vor seinem Bett stand. Einer der drei war ein großer, breitschultriger Mann. Er trug eine Lederweste über einem langärmligen Kettenhemd, an einem breiten Gürtel trug er ein Langschwert und in der Linken hielt er einen Helm aus Metall. Schulterlange, blonde Haare umrahmten ein kantiges Gesicht, das von einer Narbe auf der linken Wange geprägt wurde. Dies war offensichtlich ein Mitglied der Festungswache. Neben ihm stand eine gemütlich wirkende ältere Frau, die mit weißem Leinen bekleidet war. Ihr besorgter Blick war auf seinen Hinterkopf gerichtet, dort wo Galdur die schmerzende Beule entdeckt hatte.

Die dritte Person war ein vornehm gekleideter junger Mann. Seine dunklen, gelockten Haare deuteten ebenso auf seine südlichere Herkunft wie seine Haut, die einen dunkleren Teint aufwies, als man üblicherweise im nördlichen Königreich finden konnte. Auf dem Haupt trug er einen einfachen silbernen Reif und an der rechten Hand einen Goldring, der mit einem strahlenden Rubin besetzt war. Ein langer, schmaler Dolch steckte in seinem Gürtel.

„Nun, wer seid Ihr und was verschlug Euch in die nördliche Wildnis“, fragte der junge Mann, dem Galdur nun die Tenorstimme zuordnen konnte.
„Mein Name ist Galdur Sted’Weth“, antwortete Galdur, „und den Grund meiner Reise kann ich nur Baron Sarahad selbst sagen.
Der Festungswächter sog die Luft scharf ein und öffnete den Mund zum Sprechen. Der junge Mann bedeutete ihm ruhig zu sein: „Lass nur, Berengard.“ Zu Galdur gewandt fuhr er fort: „Ich selbst bin Baron Sarahad und Ihr solltet diesen Ring erkennen.“ Dabei hob er die rechte Hand, so dass Galdur den rubinbesetzten Ring deutlich sehen konnte.
„Mylord vergebt mir, aber mir wurde ausdrücklich gesagt, dass ich mich zu vergewissern habe.“ Mit diesen Worten setzte er sich vorsichtig auf. „Die Botschaft, die ich für Euch habe, ist nicht für die falschen Ohren bestimmt.“

„Nun Martha, ihr werdet hier offensichtlich nicht mehr benötigt“, wandte sich der Baron an die ältere Frau, die sich leicht verneigte und den kleinen Raum durch eine niedrige Holztür verließ. „Berengard genießt mein vollstes Vertrauen, als Hauptmann der Wache ist er über alle Vorgänge, die die Festung betreffen, voll informiert.“

7 Gedanken zu „Die Botschaft“

  1. Lamnek bezeichnet das Interview als die inzwischen wichtigste qualitative Methode, da die Beobachtung eines sozialen Feldes immer schwieriger wird.

    Der Vorteil des qualitativen gegenüber dem quantitativen Interview besteht in der geringeren Standardisierung, wodurch auf die Relevanzsysteme der Befragten eingegangen werden kann.

    Standardisierte Befragungen haben zudem das Problem, dass die vorgegebenen Antwortmöglichkeiten oft nicht zu der tatsächlichen Antwort des Befragten passen.

  2. Zwar lassen sich aufgrund der offenen Antworten die einzelnen Befragungen nur bedingt direkt vergleichen, dafür werden aber die Bedeutungen, also der Sinn der Antworten besser erfasst.

    Die quantitative Methode dient zur Messung relevanter Merkmale, die qualitative zur Exploration von Sachverhalten.

    Auch wenn üblicherweise qualitative Befragungen mündlich durchgeführt werden, wurde hier auf die schriftliche Form zurückgegriffen, um es überhaupt zu ermöglichen, weit entfernte Personen zu befragen. Durch die offenen Formulierung der EMails und die Möglichkeit für Rückfragen ergibt sich dennoch eine halb-standardisierte Befragung, die mit einer mündlichen vergleichbar ist.

  3. Es wird eine weiche Befragungsmethode verwendet, wodurch ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wird, welches zu offeneren Antworten führen soll. Dabei wird aber vermieden, bereits in den Fragen eine Position aufzustellen, um den Befragten nicht zu beeinflussen.

    Die offene Stellung der Fragen ermöglicht auch unvorhergesehene Antworten.

    Auch wenn der fehlende visuelle Aspekt der Emailbefragung die qualitative Arbeit erschwert, lässt sich durch die spezielle Gruppe der Befragten, die eng mit diesem Medium für den Zweck der persönlichen Kommunikation vertraut sind, dennoch von der Vergleichbarkeit zu einem persönlichen Gespräch ausgehen.

  4. Für qualitative Befragungen werden keine Zufallsstichproben gezogen, vielmerh werden nach den bestehenden Erkenntnisinteressen einzelne Fälle für die Befragung ausgesucht.
    Dabei muß auf eine unverzerrte, typische Auswahl geachtet werden.
    Abweichende Fälle sollten integriert werden, die Auswahl im Verlaufe der Forschung eventuell erweitert werden.
    Die inhaltliche Auswahl sollte im Verlauf der Forschung erweitert werden, wen sich dies aus den Befragungen ergibt.

  5. Die Befragung zielt auf die Arbeit am Computer und mit dem Internet ab. Von daher ist die Methode des Email-Interviews konsistent mit der Anforderung, die Befragung im naürlichen Umfeld des Befragten durchzuführen.

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